F95 Kulttrikot - Galerie der Trikots von Fortuna Düsseldorf
F95 Kulttrikot - Galerie der Trikots von Fortuna Düsseldorf

Bands x Fußball - Trikots aus Deutschland Teil 4

"Es ist schon ein geiles Gefühl, wenn eine Mannschaft mit dem Bandnamen auf der Brust aufläuft." Doktor Renz, Fettes Brot

2005/06 - Rosenfels (Pop, Melancholic Wave)

 

SV Teutonia Tiddische, Niedersachsen

Bezirksklasse

 

Rosenfels-Mitbegründer und Keyboarder Michael "Kiki" Röhl hat jahrelang bei Teutonia Tiddische im Sturm gespielt. Mit ihm stieg der Verein 2005 in die Bezirksliga auf. Sportlich war das die erfolgreichste Zeit der Teutonia. Geprägt vom überragenden Zusammenhalt untereinander komponierte die Band damals sogar eine eigene Hymne für den Verein.

 

Rosenfels wurden von so unterschiedlichen Künstlern wie Nick Cave, Huey Lewis, Barclay James Harvest und den Beach Boys als Support engagiert. 6 CDs haben sie bis 2008 veröffentlicht. Seitdem pausiert die Band.

 

2005/06 - Turbonegro (Punk Rock)

 

FC St. Pauli, Hamburg

Regionalliga Nord

Limitiertes Fan-Sondertrikot

 

Turbonegro, die "Deathpunks" aus Norwegen (1 Million verkaufte Alben), gaben 1996 ein Konzert im Klubhaus des FC St. Pauli - der Beginn einer intensiven Freundschaft zwischen Band, Club und Fans. Als der Verein 2003 vom Zwangsabstieg in die Oberliga bedroht war, traten Turbonegro im Rahmen der Retter-Kampagne unentgeltlich bei einem Benefiz-Open-Air im Millerntor-Stadion auf.

 

Zwei Jahre später kam das Sondertrikot in den Onlinestore. Entworfen im Style des legendären Jack Daniel's Trikot aus den 90er Jahren. Turbonegro wurden allerdings nie Trikotsponsor beim FCSP. Das Trikot war ein reiner Fanartikel für die Anhänger von Band und Club.

 

 

Um neue Käuferschichten zu erschließen, suchte der Hamburger Kiezclub einige Jahre später erneut die Zusammenarbeit mit der Musikbranche. Mit verschiedenen US-Bands wurden Sondershirts aufgelegt. Sind zwar keine Trikots, passen aber dennoch zu gut in die Hall of Rock'n'Roll Football Shirts.

Rise Against
Dropkick Murphys
Descendents
Kaiser Chiefs

2002/03 - DJ Hell (Techno, House, Electro Punk)

 

TSV Altenmarkt, Bayern

Kreisklasse Kreis Inn/Salzach

 

Helmut Geier aka DJ Hell ist seit 2002 Sponsor des bayerischen Clubs TSV Altenmarkt - und ein Ende ist nicht in Sicht. Auch 2018, im mittlerweile 16. Jahr, setzt Hell seine Unterstützung fort. Da hält weltweit nur Bayern München mit, die, ebenfalls seit 2002, von der Telekom gesponsert werden.

 

DJ Hell ist in Altenmarkt aufgewachsen, hat hier selbst Fußball gespielt und schaut auch heute immer wieder mal bei den Spielen des TSV vorbei. Seine Karriere begann in den 80ern mit Platten auflegen in den Diskos der Umgebung. Mit der Zeit stieg Hell zu einem der weltweit gefragtesten DJs der Technoszene auf. Die Sets von Hell können mit bis zu 104 Dezibel auch mal Düsenjet-Lautstärke erreichen. Seine musikalischen Vorbilder sind die Düsseldorfer Bands Neu! und Kraftwerk.

 

2001/02 - Die Toten Hosen (Punk Rock)

 

Fortuna Düsseldorf 1895, Nordrhein-Westfalen

Liga: Regionalliga Nord

Erste Mannschaft (2 Jahre), Zweite Mannschaft (3 Jahre), Jugend (5 Jahre)

 

7 Jahre, 16 Varianten und über 30.000 verkaufte Trikots. Die komplette Totenkopf-Sammlung findet ihr hier. Die Toten Hosen sind mit über 15 Millionen verkauften Tonträgern Deutschlands erfolgreichste Band.

 

Bands aus Düsseldorf

Die Toten Hosen, Broilers, Antilopen Gang, Warrant, Warlock, Kraftwerk, Propaganda, Fehlfarben, DAF, Westernhagen, Male, Die Krupps, Neu!, Mouse On Mars, Kreidler, Rheingold, Family Five, Nichts, Der Plan, Östro 430.

2000/01 - Böhse Onkelz (Hard Rock)

 

Eintracht Frankfurt, Hessen

Rugby Regionalliga

 

2001 supporteten Böhse Onkelz die Rugby-Mannschaft von Eintracht Frankfurt. Im Nachhinein kamen im Verein Bedenken auf. "Das war ein unüberlegter Schritt. Wir sind etwas blauäugig an die Sache rangegangen“ wird der Rugby Abteilungsleiter von der Rhein-Main-Zeitung zitiert. Unbehagen bereitete ihm die musikalische Vergangenheit der Band, deren ersten Lieder Anfang der 80er Jahre als gewaltverherrlichend und ausländerfeindlich eingestuft wurden.

 

"Wir wissen, dass unsere Wandlung in der Öffentlichkeit auf Skepsis und Misstrauen stößt. Aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt und hoffen auf eine faire Chance." Böhse Onkelz, 1993

 

Die Onkelz distanzierten sich von rechtem Gedankengut. Sie schalteten sogar Anzeigen gegen rechte Gewalt. Aber erst in den Nullerjahren wandelte sich das öffentliche Meinungsbild. Einstige Kritiker wie Peter Maffay, Marek Lieberberg und Campino sowie der Rechtsrockexperte Klaus Farin attestierten die Wandlung zu einer anti-rechten Band. Selbst die linksgerichtete taz erwähnte in einem Artikel aus Mai 2001, dass mehrere Redakteure die Läuterung der BO für überzeugend hielten. Derweil haben Kritik und Boykotte dem Erfolg der Band nichts anhaben können. Im Gegenteil. Nicht zuletzt das Underdog-Image befeuerte die Entwicklung der Onkelz zu einer der kommerziell erfolgreichsten Bands Deutschlands:

  • 10 Nr. 1 Alben
  • 10 Millionen verkaufte Tonträger
  • 17 Gold- und 11 Platin Alben
  • 400.000 verkaufte Tickets für 4 Konzerte in Hockenheim 2015

1997/98 - Fettes Brot (Rap, Hip Hop)

1994/95 - Larry Schuba & Western Union (Country)

№ 1 - Erstes Bandtrikot Deutschlands

SV Grün Weiß Union Bestensee, Brandenburg Kreisliga

"Union Bestensee verliert gegen Chemie Premnitz 0:2. Die Bestenseer trugen auf dem Trikot den Aufdruck der Country-Band Larry Schuba & Western Union - Das Original..." - Berliner Zeitung, 12.06.1995

 

Damit ist es offiziell: Larry Schuba & Western Union (über 20 veröffentlichte Alben) waren die ersten Musiker in Deutschland, die auf einem Fußballtrikot verewigt wurden - 6 Jahre vor den Toten Hosen.

 

Dabei ging die Initiative nicht mal von der Band aus. Larry Schuba, seit seinem 17. Lebensjahr erfolgreicher Country-Musiker und Bandleader von Western Union, wollte seinem Freund, dem Bestensee-Manager Joachim Wiemann, bei der Rettung des finanziell angeschlagenen Vereins helfen. Er gab zugunsten des Klubs ein Konzert und verzichtete auf jedwede Gage. Zum Dank beflockten die Bestenseer einen Trikotsatz mit dem Bandnamen. So wurde Larry Schuba mit Western Union eher ungeplant zum Pionier des Band-Trikotsponsorings. Die Unioner trugen die Schuba-Trikots bis zur Saison 98/99.

Und dann war da noch...

Stefan Schmollack im Bandtrikot, Foto: Privat

 

...Stefan Schmollack, Amateurfußball-Legende aus Brandenburg. Zwei Mal hintereinander Liga-Torschützenkönig, zweimal Meister und dreimal Pokalsieger mit Union Bestensee, und seit dem Europapokal-Finale 1979 begeisteter Anhänger von Fortuna Düsseldorf. Zu der Zeit gab es in der DDR bestimmt einfacheres, als Fan von Fortuna zu sein. Keine Berichterstattung in den Medien, Ergebnisse nur im Videotext und selbst an Autogrammkarten war praktisch kein rankommen. Das tat aber Schmollacks Leidenschaft für den Verein keinen Abbruch.

 

Seit dem Fall der Mauer fährt das Vereinsmitglied zu allen Auswärtsspielen der Fortuna in seiner Nähe und außerdem drei bis viermal pro Saison nach Düsseldorf. Sein größter Traum: Bei einem DFB Pokal-Endspiel von Fortuna im Berliner Olympiastadion dabei zu sein. Wer weiß...

Meisterfeier mit Larry Schuba (4. von rechts) inmitten der Band und Torschützenkönig Stefan Schmollack (obere Reihe 6. von links), Fotos: Privat, Collage: kulttrikot.de
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