F95 Kulttrikot - Galerie der Trikots von Fortuna Düsseldorf
F95 Kulttrikot - Galerie der Trikots von Fortuna Düsseldorf

Trikotsammlung Extra: Bands als Trikotsponsoren

Bands Teil 2

"Der Kontakt entsteht, wenn du einen Fußball reinwirfst und dann erst mal zwei Stunden mit den Leuten kickst. Am Ende hatten wir 500 Kids um uns herum, die getanzt haben und durchgedreht sind – zu einem deutschen HipHop-Song!" Marteria zum Videodreh in einem südafrikanischen Township

2014/15 - Incarrier (Punk Rock)

 

Verein: TSV Frauenau

Liga: Kreisklasse Mittlerer Wald (Bayern)

Team: 1. Mannschaft

 

Die Punkband Incarrier wurde zwar schon 2002 aufgelöst, spielt aber damals wie heute eine bedeutende Rolle beim TSV Frauenau. Nicht nur, dass die meisten Bandmitglieder auch mal beim TSV gespielt haben, sondern der Leadsänger war sogar Mitte der 00er Jahre für 3 Spielzeiten ihr Trainer. Und das mit großem Erfolg. Der TSV stieg bis in die Bezirksliga auf. Die starke Verbindung untereinander sollte sich nun endlich auch auf den Trikots wiederspiegeln.

 

Mannschaftskapitän Marco Eller erinnerte sich an einen früheren Song von Incarrier mit dem passenden Titel „Aurer hama mir!" - Aurer das sind wir! Die Mannschaft war mit dem Aufdruck sofort einverstanden und mit Hilfe zweier Sponsoren konnten rund 50 Trikots für Spieler und Fans angefertigt werden. Für die einen für den Zusammenhalt, für die anderen als optisches Highlight. Ein tolles Band-Trikot.

 

2014/15 - Rock im Wald (Metal-Festival)

 

Verein: VfB Neuensee

Liga: B-Klasse Coburg (Oberfranken)

Team: 2. Mannschaft

 

"Klein, aber verdammt fein" urteilte das Musikmagazin "Metal-Hammer" über das Rock im Wald-Festival 2016. Vier Spieler des VfB Neuensee organisieren seit mittlerweile 20 Jahren auf dem Grün des Vereinsgeländes das 2-tägige Spektakel mit internationalen Bands der Stoner-Rock, Alternative und Heavy Rock-Szene. Rund 1.600 Besucher sorgen regelmäßig für einen ausverkauften Platz. Gewinnabsichten haben die vier Neuenseer nicht im Sinn. Es ist mehr eine Liebhaberei von Musikfans für Musikfans. Immerhin, das Trikotsponsoring der eigenen Mannschaft haben sie sich gegönnt.

 

2014/15 - F.A.T.-X (Rock)

 

Verein: SV Waldmühlbach

Liga: Kreisklasse Mosbach (Baden)

Team: 1. Mannschaft

 

Das badische Örtchen Waldmühlbach hat 655 Einwohner, eine Kirche, einen Fußballverein und eine Rockband. F.A.T.-X gibt mindestens einmal im Jahr einen Gig auf dem Gelände des SV Waldmühlbach. Bandleader und Vereinspräsident sind Cousins. Beide wollen das Sponsoring so lange laufen lassen, "wie die Trikots durchhalten". Daumen hoch für verdammt coole Shirts.

 

2013 - Marteria (Rap, Hip Hop)

 

Verein: Rostocker Robben

Liga: DFB German Beach Soccer League

Team: Strandfußballer Rostocker Robben

 

Das erste Trikot samt Hose ist ein match worn-Set vom Strandfußballverein Rostocker Robben aus dem Jahr 2013 - der ersten Saison in der German Beach Soccer League. Ein Stück Robbengeschichte, denn der Verein wurde im Premierenjahr auf Anhieb Deutscher Meister (5:4-Finalsieg gegen Beach Royals Düsseldorf) und gewann den Supercup. Marteria unterstützte die Rostocker von Beginn an als Trikotsponsor. Auf den ersten Trikots kam der Name seines Albums "Zum Glück in die Zukunft 2" mit das er Platin ging.

 

 

Marteria zählt zu den erfolgreichsten Rappern des Landes. Verkaufte Tonträger: 1 Million. Seine „Allein Auf Weiter Tour“ 2017 war innerhalb von 60 Sekunden komplett ausverkauft. Für sein Konzert 2018 im Ostseestadion verkaufte er innerhalb 1 Stunde 10.000 und nach einem Tag 20.000 Tickets. Er hat außerdem an den letzten beiden Toten Hosen-Alben mitgetextet. Zu seinen Vorbildern zählen Fatboy Slim, Prodigy und Goldie. Eine illustre Rapper-Runde, die allesamt in der Vergangenheit ebenfalls ihre Vereine als Trikotsponsoren unterstützten!

 

 

Das Sondertrikot "Marsi" steht für das Pseudonym Marsimoto - ein Nebenprojekt Marterias, das ursprünglich nur "als Quatschmusik" gedacht war. Die Resonanz war dann aber so positiv, dass Marsimoto mittlerweile 4 Alben veröffentlicht hat und 2015 erstmals auf eigene Tour ging. Genial das abgeänderte Robben-Logo und der Ärmelsponsor, dessen Firmenlogo vom Wikinger zum Pyro-Wikinger umgestaltet wurde. Kommentar des Vereins: "Diese Trikots werden wir nur zu ganz besonderen Spielen tragen und dann soll es brennen :)"

 

2013/14 - Onkel Tom Angelripper und Sodom (Thrash Metal)

 

Verein: Eintracht Duisburg

Liga: Kreisliga Niederrhein

Team: E-Jugend

Nachdem sich in England bereits Motörhead und Iron Maiden als Trikotsponsoren einen Namen gemacht haben, war die Zeit jetzt reif für das Engagement eines deutschen Heavy-Metal-Musikers: Tom Angelripper. Tom gründete Anfang der 80er Jahre in Gelsenkirchen die Band Sodom, die heute zu den Pionieren und zu einer der erfolgreichsten Bands der deutschen Metal-Szene zählt (1,5 Million verkaufte Alben). Neben Sodom ist Toms Soloprojekt "Onkel Tom" ebenfalls sehr erfolgreich.

 

Die Verbindung zur Eintracht entstand über eine damalige Freundschaft zum Trainer der E-Jugend. Tom besuchte regelmäßig die Spiele und als die Jungs 2013 ein Turnier gewannen, belohnte er sie mit einer Geldprämie. Der Verein schaffte von dem Betrag dringend benötigte Trainingsanzüge an und ein Kumpel Toms verzierte je einen Satz mit den Schriftzügen von Sodom und Onkel Tom Angelripper.

 

Die stolzen Eintracht-Knirpse wählten zum Dank Onkel Toms „Auf immer und ewig“ zu ihrer Mannschaftshymne und spielten das Stück von da an vor jedem Spiel in der Kabine.

 

2013/14 - Feine Sahne Fischfilet (Punk Rock)

 

Verein: Rostocker FC

Liga. Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern

Team: A-Jugend

 

"Sie sind aktuell die wohl wichtigste Punkband Deutschlands" WDR-Rockpalast, Herbst 2016

 

Band und Verein entdeckten 2013 ihre Gemeinsamkeiten: Beide sind aus Mecklenburg Vorpommern, beide engagieren sich für eine gerechte Asylpolitik und beide sprechen sich klar gegen Rassismus und Homophobie aus. Das passte und FSF sponserten mit ihrem schicken Bandlogo auf dem Trikot die A-Jugend der Rostocker.

 

2013/14 - Dritte Wahl (Punk Rock)

 

Verein: Rostocker FC

Liga. Verbandsliga Mecklenburg-Vorpommern

Team: B-Jugend

 

Nach dem Bekanntwerden des Engagements von Feine Sahne Fischfilet fand eine weitere Punkband Gefallen am Trikotsponsoring beim RFC: Dritte Wahl. Einst in der ehemaligen DDR eine Underground-Band, hat sich Dritte Wahl mittlerweile mit über 1.000 Konzerten deutschlandweit einen Namen gemacht. Am 28. August 2013 erfolgte der Ritterschlag. Sie eröffneten im IGA Park Rostock das Konzert für die Toten Hosen.

 

Bei 17 Jugendmannschaften des Rostocker FC, bei dem auch der Sohn eines der Bandmitglieder kickte, war schnell ein Team für Dritte Wahl gefunden. Die B-Jugend erhielt ein tolles Trikot mit dem Aufdruck einer Kombination aus Bandnamen und Wappentier des Vereins bzw. der Stadt Rostock.

 

Rund 2.000 € ließ sich jede der beiden Bands den Support kosten. Nochmal die gleiche Summe kam für den Verein aus den Trikotverkäufen hinzu. Die erfolgreiche Zusammenarbeit fand allerdings keine Fortsetzung. Grund: Die Bundeswehr stieg beim Rostocker FC als Werbepartner ein. Daraufhin stellten beide Bands die Unterstützung zum Saisonende ein. Feine Sahne Fischfilet begründeten ihre Entscheidung damit, dass sie "als Band keine Lust darauf haben, ein Teil der Imagepolitik der Bundeswehr zu werden".

 

2013/14 – Ranz Böllner and the Heavy Metal Warriors (Heavy Metal)

 

Verein: FC Günzburg

Liga: A-Klasse Kreis Donau / Schwaben

Team: 2. Mannschaft

 

Die Günzburger Heavy-Metal-Band „Ranz Böllner and the Heavy Metal Warriors“ besteht seit 2009. Ihr erklärtes Ziel: den Heavy Metal der 80er Jahre zurückzubringen, also klassischen Metal-Sound a la Judas Priest und Iron Maiden zu spielen. Bandchef Ranz Böllner orientiert sich nicht nur musikalisch an seinen Vorbildern sondern auch in Sachen Fußball-Support. Es muss ja nicht gleich ein eigener Club sein, wie bei Steve Harris, dem Bassisten Iron Maidens, der 2005 den aus 1 Jugend-Mannschaft bestehenden Verein "Maiden Youth FC" gründete.

 

Ranz Böllner engagierte sich stattdessen als Trikotsponsor bei seinem Heimatverein FC Günzburg. Die Verbindungen sind eng. Er selbst spielte dort in der Jugend (bevor er zum Eishockey wechselte) und sein Bruder in der 2. Mannschaft. Diese erhielt dann auch den Satz neuer Trikots sowie dazu passende Shorts mit Bandlogo. Schick und einmalig.

 

2011/12 - The Baseballs (Rock 'n' Roll)

 

Verein: THC Franziskaner FC

Liga: Landesliga Berlin

Team: Erste Mannschaft

 

Mit ihrem Debütalbum „Strike!“ stieg das Berliner Trio The Baseballs im Jahre 2009 zu Europas erfolgreichster Band auf. Die drei covern aktuelle Popsongs im Rockabilly-Stil der 50er und 60er und verkauften so 1 Million Alben und räumten zwei Echos ab.

 

2011 kam das Nachfolgealbum auf den Markt und mit ihm weitere Auszeichnungen, Gold-Status, eine ausverkaufte Europa-Tour und last but not least das Trikotsponsoring beim Kreuzberger Kiez-Club THC Franziskaner. Ein Bandmitglied hat dort jahrelang Fußball gespielt und wollte den Verein über diesen Weg weiter unterstützen. Solidarisches Miteinander - ein Grundprinzip der Franziskaner. Das gilt nicht nur für den Spielbetrieb der mittlerweile 7 Mannschaften, sondern auch abseits des Fußballs, wo sich der Verein gegen Missstände von Rassismus bis Gentrifizierung Kreuzbergs engagiert.

 

Bliebe noch zu klären, warum mir beim THC die Berliner Band Pothead als potentieller Trikotsponsor im Kopf umherschwirrt - aber die sind ja schon bei TeBe auf der Brust und überhaupt, das ist eine ganz andere Geschichte…

2011/12 - Dieter Thomas Kuhn & Band (Schlager)

 

Verein: TSG Tübingen

Liga: Landesliga Württemberg

Team: 1. Mannschaft

 

Dieter Thomas Kuhn (1 Million verkaufte Alben) half seiner TSG nicht zum ersten Mal. 1998 und 1999 geriet der Verein in finanzielle Schwierigkeiten. Kuhn gab 2 Konzerte auf dem TSG-Gelände und konnte damit den Verein entscheidend unterstützen. Heute ist der Verein aus Baden Württemberg finanziell gesund und hat aktuell 2.650 Mitglieder.

 

Das gelungene Trikot im Retro-Style könnte auch gut als Fortuna-Trikot der 70er Jahre durchgehen - wenn man mal gedanklich Kuhns Konterfei auf der Brust ausblendet.

2008/09 - Madsen (Indie-Rock)

 

Verein: SV Küsten

Liga: Kreisklasse Lüchow-Dannenberg

Team: Zweite Mannschaft

 

Im Frühjahr 2008 veröffentlichte die Band Madsen aus Prießeck im Hannoverschen Wendland gerade das 3. Album, da erreichte sie ein Hilferuf aus dem Nachbarort Küsten. Der dortige Sportverein des beschaulichen 500-Seelen-Dorfes fand keinen Sponsor. Schließlich wurde Madsen angefragt, zumal einer der Fußballer die Bandmitglieder persönlich kannte. Die Band half und sponserte die Trikots.

 

Noch im selben Jahr begleitete Madsen Die Toten Hosen auf der Machmalauter-Tour als Supportband - zwei Trikotsponsoren auf Tour. Madsen haben mittlerweile sechs Alben veröffentlicht von denen fünf in den Top 10 landeten (ca. 320.000 verkaufte Einheiten).

 

Dies ist ein match worn Trikot der 1. Stunde, frisch unterschrieben von den vier Bandmitgliedern. Zur Saison 2016/17 spendierte Madsen der Mannschaft einen neuen Trikotsatz.

 

2006/07 - Söhne Mannheims (Pop, Soul)

 

Verein: Waldhof Mannheim

Liga: Oberliga Baden Württemberg

Team: Alle Jugendmannschaften

 

Michael Herberger ist der Urgroßneffe des ehemaligen Bundestrainers Sepp Herberger und Gründungsmitglied sowie musikalischer Leiter der Söhne Mannheims (2 Millionen verkaufte Alben). Wo Fußball und Musik so nah beieinander liegen... Ende 2006 stiegen die Söhne als Trikotsponsor bei der Waldhof-Jugend ein. Die Erlöse aus den Verkäufen flossen an die Jugendabteilung und an das Söhne-Projekt "Aufwind". Das Sponsoring endete mit der Saison 2007/08.

 

2006/07 - Betontod (Punk Rock)

 

Verein: SV Millingen

Liga: Kreisliga Moers (Niederrhein)

Team: Zweite Mannschaft

 

Ein älterer Eintrag im Toten Hosen-Forum brachte zufällig die Spur auf das Sponsoring der Band Betontod beim SV Millingen in Rheinberg. Ein ehemaliger Spieler des Clubs erwähnte beiläufig das Sponsoring aus der Saison 2006/07. Von ihm habe ich auch dankenswerter Weise die Fotos vom Trikot erhalten. Denn eine offizielle Verlautbarung oder Bilder gab es nicht. Dafür spielte Betontod-Gitarrist Eule höchstselbst in der 2. Mannschaft des Clubs und ist auch heute noch bei den Alten Herren aktiv.

 

Auf den Trikots befindet sich das Bandlogo von dem Album „Schwarzes Blut“. Das erste Album, mit dem Betontod einem größeren Publikum bekannt wurde.

 

2005/06 - Schandmaul (Folk-Rock)

 

Verein: FT München-Gern

Liga: Kreisliga Oberbayern

Team: F1 Jugend

 

Das längste Trikotsponsoring in der Geschichte des Jugendfußballs kommt aus München Neuhausen-Gern. Die Band Schandmaul, gegründet 1998, engagierte sich bei der F-Jugend des gleichen Jahrgangs und blieb den Jungs 12 Jahre lang durch alle Altersklassen bis zur A-Jugend treu. Das Engagement endete erst zur Saison 2017/18 mit dem Wechsel zu den Herren.

 

Schandmaul (1 Million verkaufte Tonträger) erreichten mit ihrem Album "Unendlich" Goldstatus und stiegen 2016 mit dem neuesten Werk „Leuchtfeuer“ erstmals in ihrer Geschichte auf Platz 1 der deutschen Album-Charts. Zu diesem Anlass spendierte die Band der Mannschaft nochmal ein brandneues Trikot. Und was für ein edles Stück Stoff in blau und silber das geworden ist (siehe Foto). Gerner Jugendspieler müsste man sein. So wie Ex-Nationalspieler und Bayern-Verteidiger Philipp Lahm, der einst in der Gerner Jugend ausgebildet wurde.

 

2005/06 - Turbonegro (Punk Rock)

 

Verein: St. Pauli

Liga: Regionalliga Nord

Team: Limitiertes Fan-Sondertrikot

 

Turbonegro, die "Deathpunks" aus Norwegen (1 Million verkaufte Alben), gaben 1996 ein Konzert im Klubhaus des FC St. Pauli - der Beginn einer intensiven Freundschaft zwischen Band, Club und Fans. Als der Verein 2003 vom Zwangsabstieg in die Oberliga bedroht war, traten Turbonegro im Rahmen der Retter-Kampagne unentgeltlich bei einem Benefiz-Open-Air im Millerntor-Stadion auf.

 

Zwei Jahre später kam das Sondertrikot in den Onlinestore. Entworfen im Style des legendären Jack Daniel's Trikot aus den 90er Jahren. Turbonegro wurden allerdings nie Trikotsponsor beim FCSP. Das Trikot war ein reiner Fanartikel für die Anhänger von Band und Club.

 

2001/02 - Die Toten Hosen (Punk Rock)

 

Verein: Fortuna Düsseldorf

Liga: Regionalliga Nord (3. Liga, zweigleisig)

Team: 1. Mannschaft (2 Jahre), anschließend Jugend (4 Jahre)

 

Die Bilder zeigen das erste und das letzte Totenkopftrikot aus der Hosen-Zeit. Dazwischen liegen 6 Jahre, 16 Varianten und über 30.000 verkaufte Trikots. Die komplette Sammlung findet ihr hier. Die Toten Hosen sind mit 14 Millionen verkauften Tonträgern Deutschlands erfolgreichste Band.

 

2000/01 - Böhse Onkelz (Hard Rock)

 

Verein: Eintracht Frankfurt

Liga: Rugby Regionalliga Hessen

Team: Erste Mannschaft

 

"Wir wissen, dass unsere Wandlung in der Öffentlichkeit auf Skepsis und Misstrauen stößt. Aber wir haben aus unseren Fehlern gelernt und hoffen auf eine faire Chance." Böhse Onkelz, 1993

 

"Die Typen werden angemacht für Texte, die sie mal vor 20 Jahren geschrieben haben, obwohl sie jetzt schon seit langer Zeit dagegen kämpfen. Ich denke, irgendwie sollte man das auch mal akzeptieren." Campino, 2003

 

"Ihre Texte geben seit Jahrzehnten keinerlei Anlass für eine fortdauernde Verurteilung oder gar Kritik.“ Marek Lieberberg, 2005

 

 "Es gab bei den Böhsen Onkelz einen Bruch von einer rechten Band zu einer anti-rechten Band." Rechtsrockexperte Klaus Farin, 2017

 

Rugby ist seit 1923 eine Unterabteilung beim Fußballverein Eintracht Frankfurt. In der Saison 2000/01 sponserte die Rockband Böhse Onkelz als Frankfurter und Fans des Sports die Trikots für die Aufstiegsrunde zur 2. Bundesliga. Im Nachhinein kamen dem Abteilungsleiter laut Rhein-Main-Zeitung jedoch Bedenken: "Das war ein unüberlegter Schritt, wir sind etwas blauäugig an die Sache herangegangen.“ Auslöser des Unbehagens war vermutlich ein in die Zeit fallender Rechtsstreit der Band mit der Berliner Zeitung taz, die die Onkelz in einem Artikel als „berüchtigte rechtsradikale Band“ betitelte.

 

Hintergrund: Ihre ersten Lieder in jungen Jahren Anfang der 80er Jahre wurden als tendenziell gewaltverherrlichend und ausländerfeindlich eingestuft. Das erste Album wurde sogar beschlagnahmt und landete auf dem Index. Ihre Songs wurden von Radio, TV und Plattenläden boykottiert.

In der Folge distanzierten sich die Onkelz vom Rechtsextremismus. Sie schalteten in den 90ern sogar Anzeigen gegen rechte Gewalt, spielten auf Rock-gegen-Rechts-Festivals, machten klare Ansagen auf Konzerten und engagierten sich bei Greenpeace. Dennoch nahm ein Teil der Öffentlichkeit der Band den Gesinnungswandel nicht ab, was sich nicht zuletzt auch im eingangs zitierten taz-Artikel zeigte. Einer der Kritikpunkte blieb die halbherzige Distanzierung von den früheren Liedern („Die Texte waren eine Dummheit“).

 

Erst Anfang der Nullerjahre änderte sich langsam das Meinungsbild. Selbst die taz erwähnte in einem Artikel aus Mai 2001, dass mehrere Mitarbeitende der taz-Redaktion die Läuterung der BO für überzeugend hielten. Das sahen auch zwei früher scharfe Kritiker so, Konzert-Veranstalter Marek Lieberberg und Campino von den Toten Hosen.

Derweil haben Index und Boykotte dem Erfolg der Band nichts anhaben können. Im Gegenteil. Das Underdog-Image befeuerte die Entwicklung der Onkelz zu einer der kommerziell erfolgreichsten Bands Deutschlands:

  • Zehn Nr. 1 Alben
  • 26 Gold- und 9 Platin Alben
  • "Viva Los Tios" verkaufte sich in den ersten 48 Stunden 300.000 Mal
  • 1,2 Millionen verkaufte Alben und DVDs allein seit dem Comeback 2014
  • 400.000 Fans an 2 Konzert-Wochenenden in Hockenheim 2015

1994/95 - Larry Schuba & Western Union (Country)

 

Verein: SV Union Bestensee

Liga: Kreisliga Dahmeland (Südosten Berlins)

Team: 1. Mannschaft

 

"Union Bestensee verliert gegen Chemie Premnitz 0:2. Die Bestenseer trugen auf dem Trikot den Aufdruck der Country-Band "Larry Schuba & Western Union - Das Original", aber die Musik machten die Chemiker..." - Berliner Zeitung, 12.06.1995

 

Damit ist es offiziell: Larry Schuba & Western Union (über 20 veröffentlichte Alben) war die erste Band Deutschlands, die auf einem Fußballtrikot verewigt wurde - 6 Jahre vor den Toten Hosen.

 

Dabei ging die Initiative nicht mal von der Band aus. Larry Schuba, seit seinem 17. Lebensjahr erfolgreicher Country-Musiker und Gründer von Western Union, wollte seinem Freund, dem Bestensee-Manager Joachim Wiemann, bei der Rettung des finanziell angeschlagenen Vereins helfen. Er gab zugunsten des Clubs ein Konzert und verzichtete auf jedwede Gage. Zum Dank beflockten die Bestenseer einen Trikotsatz mit dem Bandnamen. So wurde Larry Schuba mit Western Union eher ungeplant zum Pionier des Band-Trikotsponsorings. Die Unioner trugen die Trikots vier Spielzeiten bis zur Saison 98/99.